Selenomethionin
Erfahre alles über Selenomethionin: Definition, Funktionen und Bedeutung für deine Gesundheit. Evidenzbasiert erklärt von Throphia.
Inhalt
Selenomethionin
Selenomethionin ist die wichtigste organische Selenverbindung in der menschlichen Ernährung und in Nahrungsergänzungsmitteln. Sie ist das Selen-Analogon der essenziellen Aminosäure Methionin und wird sowohl von Pflanzen als auch von Mikroorganismen synthetisiert.
Chemische Eigenschaften
In Selenomethionin ist das Schwefelatom des Methionins durch ein Selenatom ersetzt. Diese strukturelle Ähnlichkeit ermöglicht es dem Körper, Selenomethionin über die normalen Aminosäuretransporter zu resorbieren — mit einer Bioverfügbarkeit von über 80 %, deutlich höher als bei anorganischen Selenverbindungen.
Metabolismus im Körper
Selenomethionin wird im Dünndarm resorbiert und über zwei Wege metabolisiert: Es kann direkt wie Methionin in körpereigene Proteine eingebaut werden (unspezifischer Einbau), oder es wird über den Transsulfurierungsweg zu Selenocystein umgewandelt, das dann gezielt in Selenoproteine eingebaut wird. Der unspezifische Einbau in Körperproteine dient als Selenspeicher, aus dem bei Bedarf Selen freigesetzt werden kann.
Vorkommen in Lebensmitteln
- Getreide und Hülsenfrüchte aus selenreichen Böden (Hauptquelle)
- Paranüsse
- Knoblauch
- Selenhefe (biosyntheisiertes Selenomethionin)
Anwendung als Supplement
Synthetisch hergestelltes L-Selenomethionin wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Im Vergleich zu anorganischen Selenformen (Natriumselenit, Natriumselenat) bietet es eine bessere Resorption und einen höheren Depoteffekt. Für die gezielte Selenoprotein-Synthese sind jedoch beide Formen wirksam.
Sicherheit
Selenomethionin gilt bei empfohlenen Dosierungen als sicher. Bei sehr hoher Zufuhr (chronisch über 400 µg/Tag) kann es jedoch wie alle Selenformen zur Selenose führen. Der tolerable Aufnahmewert liegt für Erwachsene bei 300 µg/Tag Gesamtselen.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.