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Selen und Keshan-Krankheit (Hintergrund)

Erfahre alles über Selen und Keshan-Krankheit (Hintergrund): Definition, Funktionen und Bedeutung für deine Gesundheit. Evidenzbasiert erklärt von Throphia.

Inhalt

Selen und Keshan-Krankheit (Hintergrund)

Die Keshan-Krankheit ist eine endemische Kardiomyopathie, die nach der chinesischen Provinz Keshan benannt wurde, wo sie erstmals beschrieben wurde. Sie ist eng mit einem schweren Selenmangel verbunden und gilt als eines der eindrücklichsten Beispiele für die essentielle Bedeutung von Selen für die menschliche Gesundheit.

Was ist die Keshan-Krankheit?

Die Keshan-Krankheit ist eine Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), die in selenarmen Regionen Chinas, aber auch in anderen Teilen der Welt mit extremem Selenmangel vorkommt. Sie betrifft vor allem Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter. Die akute Form kann zu Herzversagen führen, die chronische Form geht mit einer fortschreitenden Herzvergrößerung und eingeschränkter Herzfunktion einher.

Selenmangel als Hauptursache

In den betroffenen Regionen sind die Böden extrem selenarm. Der daraus resultierende chronische Selenmangel führt zu einer verminderten Aktivität der Glutathionperoxidasen im Herzmuskel. Ohne ausreichenden antioxidativen Schutz sind Herzmuskelzellen anfällig für oxidativen Schaden, der durch virale Infektionen (insbesondere Coxsackie-Viren) noch verstärkt wird.

Bedeutung von Coxsackie-Viren

Interessanterweise können Coxsackie-Viren in einem Wirtsorganismus mit Selenmangel mutieren und virulenter werden. Selen hat damit eine doppelte Schutzwirkung: direkt über antioxidative Selenoproteine und indirekt durch Hemmung viraler Mutationen.

Prävention und Erfolge

In den 1970er-Jahren startete China ein nationales Selenprogramm, das die Verteilung von Selensupplementen in betroffenen Provinzen umfasste. Die Häufigkeit der Keshan-Krankheit sank daraufhin dramatisch und ist heute in den Interventionsgebieten fast verschwunden. Dieses Programm gilt als eines der erfolgreichsten Mikronährstoff-Interventionsprogramme der Medizingeschichte.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.