Selen und Kashin-Beck-Krankheit (Hintergrund)
Erfahre alles über Selen und Kashin-Beck-Krankheit (Hintergrund): Definition, Funktionen und Bedeutung für deine Gesundheit. Evidenzbasiert erklärt von Throphia.
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Selen und Kashin-Beck-Krankheit (Hintergrund)
Die Kashin-Beck-Krankheit ist eine endemische Osteoarthropathie, die vor allem in bestimmten Regionen Chinas, der Mongolei, Sibiriens und Tibets auftritt. Sie gilt als multifaktorielle Erkrankung, bei der ein Selenmangel eine wesentliche Rolle spielt.
Was ist die Kashin-Beck-Krankheit?
Die Kashin-Beck-Krankheit ist eine chronische, degenerative Erkrankung des Knorpel- und Knochengewebes, die vorwiegend Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase betrifft. Typische Symptome sind Gelenkdeformierungen, verkürztes Knochenwachstum, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit. In schweren Fällen führt sie zu Zwergwuchs und starker Behinderung.
Die Rolle von Selenmangel
In den betroffenen Regionen sind die Böden extrem selenarm. Die Menschen nehmen über ihre Nahrung zu wenig Selen auf, was zu einem chronischen Mangel an schützenden Selenoproteinen führt. Besonders betroffen sind die Glutathionperoxidasen, die Knorpelzellen vor oxidativem Stress schützen. Ohne ausreichenden Selenschutz kommt es zu vermehrtem Zelltod im Knorpelgewebe.
Weitere Auslösefaktoren
- Mykotoxine (Pilzgifte, insbesondere Trichothecene) in lokal gespeichertem Getreide
- Jodmangel als möglicher Kofaktor
- Kontaminiertes Trinkwasser (Huminsäuren)
- Genetische Prädisposition
Prävention und Seleninterventionen
Selensupplementierungsprogramme in betroffenen Regionen Chinas konnten die Neuerkrankungsrate bei Kindern signifikant senken. Die Zugabe von Selen zum Speisesalz oder direkter Selen-Supplementierung haben sich als wirksam erwiesen. Die Erkrankung ist heute bei Frühintervention zumindest teilweise behandelbar, bestehende Gelenkschäden sind jedoch irreversibel.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.