Grundwissen

magnesium chlorid

Erfahre alles über magnesium chlorid. Wissenschaftlich fundiert und verständlich erklärt.

Magnesiumchlorid das Salz des inneren Ozeans

Es gibt eine Form von Magnesium die eine ganz besondere Verbindung zum Wasser und zu unserem inneren Milieu hat Magnesiumchlorid

Es ist das Magnesiumsalz das in der höchsten Konzentration im Meerwasser vorkommt und unserem eigenen Körperwasser in seiner Zusammensetzung erstaunlich ähnlich ist

Was ist Magnesiumchlorid?

Magnesiumchlorid (MgCl2) ist das Magnesiumsalz der Salzsäure Es ist eine anorganische Verbindung die sich durch ihre außergewöhnlich hohe Wasserlöslichkeit auszeichnet

Diese Eigenschaft macht es zu einer interessanten Option für die orale und insbesondere für die transdermale (über die Haut) Anwendung

Gewonnen wird es meist durch die Eindampfung von Meerwasser aus dem Toten Meer oder aus prähistorischen Salzseen wie dem Zechstein-Meer

Orale Einnahme: Gut löslich aber mit Tücken

Aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit wird Magnesiumchlorid im Magen-Darm-Trakt relativ gut aufgenommen besser als die schwerlöslichen anorganischen Formen Oxid und Carbonat

Allerdings hat es auch eine stark abführende Wirkung und einen sehr intensiven bitter-salzigen Geschmack der von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird

Für die orale Einnahme sind organische Chelate wie Citrat oder Glycinat daher meist die angenehmere und verträglichere Wahl

Transdermale Anwendung: Der Mythos der Hautaufnahme

Die eigentliche Domäne von Magnesiumchlorid ist die transdermale Anwendung als sogenanntes “Magnesiumöl”

Die Idee dahinter ist dass das Magnesium direkt über die Haut aufgenommen wird den Magen-Darm-Trakt umgeht und so direkt ins Blut und in die Zellen gelangt

Dies klingt verlockend und wird von vielen Herstellern und Anwendern propagiert

Doch die wissenschaftliche Evidenz für eine nennenswerte Aufnahme von Magnesium über die intakte Haut ist extrem dünn bis nicht vorhanden

Die Haut ist eine sehr effektive Barriere die uns vor dem Eindringen von Stoffen aus der Umwelt schützt Es gibt keine bekannten Transporter in der Haut die Magnesium-Ionen aktiv in den Körper schleusen könnten

Einige wenige Studien deuten darauf hin dass eine geringe Aufnahme über die Haarfollikel möglich sein könnte die Mengen sind jedoch so gering dass sie zur Deckung des Bedarfs oder zur Korrektur eines Mangels völlig irrelevant sind

Die wahre Wirkung von Magnesiumöl

Warum berichten dann so viele Menschen von einer positiven Wirkung von Magnesiumöl insbesondere bei Muskelverspannungen und Krämpfen?

Die Wirkung ist real aber sie beruht auf einem anderen Mechanismus als der systemischen Aufnahme

Magnesiumchlorid hat eine stark hygroskopische Eigenschaft das heißt es zieht Wasser an Wenn es auf die Haut aufgetragen wird entspannt es die Oberflächenstruktur der Haut und wirkt lokal auf die feinen Nervenenden und Muskeln direkt unter der Haut

Es ist also eine lokale, entspannende Wirkung auf der Haut und im direkt darunter liegenden Gewebe

Es ist vergleichbar mit der wohltuenden Wirkung eines warmen Bades oder einer Massage Es entspannt die Muskeln von außen aber es füllt nicht die Magnesiumspeicher im Inneren des Körpers auf

Das Gefühl des Meeres auf der Haut

Stell dir vor du stehst am Meer und lässt die salzige Gischt auf deiner Haut trocknen Es entsteht ein leicht kribbelndes Gefühl von Frische und Lebendigkeit

Ein ähnliches Gefühl vermittelt Magnesiumöl Es ist eine Erinnerung an unseren Ursprung an den inneren Ozean der in unseren Zellen fließt

Nutze es als ein Ritual der Selbstfürsorge als eine Möglichkeit deinen Muskeln direkt vor Ort Entspannung zu schenken und den Stress des Tages einfach von der Haut zu waschen

Die Wissenschaft der Hautpenetration

Die äußerste Schicht unserer Haut, das Stratum corneum, ist eine hochwirksame Barriere. Sie besteht aus abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten), die wie Ziegelsteine angeordnet und von einer Lipidmatrix (Mörtel) umgeben sind. Diese Struktur ist sehr effektiv darin, wasserlösliche Substanzen wie Magnesium-Ionen abzuhalten.

Für eine nennenswerte Penetration müsste eine Substanz entweder sehr klein und fettlöslich sein, um den Weg durch die Lipidmatrix zu finden (transzellulärer Weg), oder es müsste spezifische Transportsysteme geben.

Einige Studien haben die transdermale Aufnahme von Magnesium untersucht. Eine oft zitierte Studie von Rosemary Waring aus dem Jahr 2017 untersuchte die Magnesium- und Sulfatspiegel im Blut und Urin nach einem Bad in Epsom-Salz (Magnesiumsulfat). Die Studie fand einen leichten Anstieg der Spiegel, litt aber unter erheblichen methodischen Schwächen: Es gab keine Kontrollgruppe, die in normalem Wasser badete, und die Teilnehmerzahl war sehr klein.

Eine andere Studie von Kass et al. (2017) untersuchte die Anwendung einer Magnesium-Creme und fand keinen signifikanten Anstieg des Magnesiumspiegels im Blut im Vergleich zur Placebo-Creme.

Die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist sich daher einig, dass die transdermale Aufnahme von Magnesium, wenn sie überhaupt stattfindet, zu gering ist, um eine physiologisch relevante Wirkung zu haben oder einen Mangel auszugleichen. Die gefühlte Wirkung ist real, aber sie ist lokal und nicht systemisch.

Praktische Anwendungstipps für Magnesiumöl

  • Wo auftragen? Ideal sind Stellen mit dünner Haut oder direkt auf verspannte Muskelpartien, z.B. Nacken, Schultern, Waden, Fußsohlen.
  • Wie viel? Beginne mit 5-10 Sprühstößen pro Anwendung und massiere das Öl sanft ein.
  • Wie lange einwirken lassen? Lasse das Öl mindestens 20-30 Minuten auf der Haut. Danach kann sich ein weißer, salziger Belag bilden. Wenn dich dieser stört, kannst du ihn einfach abduschen oder mit einem feuchten Tuch abwischen.
  • Wann anwenden? Ideal ist die Anwendung nach dem Duschen, wenn die Haut warm und die Poren geöffnet sind. Auch vor dem Schlafengehen kann es sehr entspannend wirken.
  • Vorsicht bei empfindlicher Haut: Teste das Öl zuerst an einer kleinen Hautstelle (z.B. in der Armbeuge). Vermeide den Kontakt mit offenen Wunden, frisch rasierter Haut oder den Augen.

Die transdermale Anwendung von Magnesiumchlorid ist ein wunderbares Hausmittel zur lokalen Entspannung und Pflege. Genieße das Ritual und die wohltuende Wirkung, aber verlasse dich zur Deckung deines Magnesiumbedarfs auf die bewährten oralen Wege.

Magnesiumchlorid Ein lokaler Entspannungs-Meister kein systemischer Versorger

Magnesiumchlorid ist ein hervorragendes Mittel für die lokale äußerliche Anwendung bei

Es ist jedoch keine effektive Methode um einen systemischen Magnesiummangel zu beheben

Die Grundlage einer guten Magnesiumversorgung bleibt immer die orale Aufnahme über die Ernährung und hochwertige organische Nahrungsergänzungsmittel

Die transdermale Anwendung ist eine wunderbare Ergänzung für die lokale Wohlfühl-Anwendung von außen

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Häufige Fragen zu Magnesiumchlorid

Was ist Zechstein-Magnesium?

Das Zechstein-Meer war ein urzeitliches Meer das vor etwa 250 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Nord- und Mitteleuropas existierte

Durch geologische Prozesse wurde es vom Ozean abgetrennt und trocknete aus Zurück blieben riesige unterirdische Salzablagerungen die heute als eine der reinsten Quellen für Magnesiumchlorid gelten da sie vor modernen Umweltverschmutzungen geschützt sind

“Zechstein” ist also ein Qualitätsmerkmal das für eine besonders reine und ursprüngliche Herkunft des Magnesiumchlorids steht

Warum brennt oder juckt Magnesiumöl auf der Haut?

Dieses Gefühl ist eine häufige Reaktion und hat mehrere Gründe

  • Hohe Konzentration: Magnesiumöl ist eine gesättigte Lösung und kann die Haut reizen
  • Hygroskopische Wirkung: Es entzieht der Hautoberfläche Wasser was zu einem Spannungsgefühl führen kann
  • Kleine Hautrisse: Auf sehr trockener oder rissiger Haut kann das Salz natürlich brennen
  • Mangel-Theorie (umstritten): Einige Anwender glauben dass das Brennen ein Zeichen für einen starken Magnesiummangel ist und mit der Zeit nachlässt Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege

Tipp: Wenn das Brennen unangenehm ist verdünne das Öl in den ersten Wochen mit etwas Wasser oder trage es auf die feuchte Haut nach dem Duschen auf

Wie stelle ich Magnesiumöl selbst her?

Du kannst Magnesiumöl sehr einfach und günstig selbst herstellen

  1. Kaufe hochwertige Magnesiumchlorid-Flakes in Lebensmittel- oder Pharmaqualität
  2. Löse die Flakes im Verhältnis 1:1 in destilliertem oder abgekochtem Wasser auf (z.B. 100g Flakes in 100ml Wasser)
  3. Gut umrühren bis sich alle Kristalle gelöst haben
  4. In eine Sprühflasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren

Kann ich auch Badesalz (Epsom Salz) dafür verwenden?

Nein. Epsom Salz ist Magnesiumsulfat nicht Magnesiumchlorid Magnesiumsulfat hat nicht die gleiche ölige Konsistenz und die gleichen Eigenschaften auf der Haut Für die Herstellung von Magnesiumöl ist nur Magnesiumchlorid geeignet