magnesium carbonat
Erfahre alles über magnesium carbonat. Wissenschaftlich fundiert und verständlich erklärt.
Magnesiumcarbonat der basische Puffer für den Magen
Neben dem bekannten Magnesiumoxid gibt es eine weitere anorganische Magnesiumverbindung die man häufig in günstigen Nahrungsergänzungsmitteln und insbesondere in basischen Mineralstoffmischungen findet Magnesiumcarbonat
Es teilt einige Eigenschaften mit Magnesiumoxid hat aber auch seine eigenen Besonderheiten
Was ist Magnesiumcarbonat?
Magnesiumcarbonat (MgCO3) ist das Magnesiumsalz der Kohlensäure In der Natur kommt es als das Mineral Magnesit vor und ist auch ein Hauptbestandteil des Gesteins Dolomit (ein Calcium-Magnesium-Doppelcarbonat)
Ähnlich wie Magnesiumoxid ist es eine anorganische Verbindung mit einem relativ hohen Anteil an elementarem Magnesium (ca. 29%)
Die Reaktion mit der Magensäure
Die wichtigste Eigenschaft von Magnesiumcarbonat ist seine Fähigkeit mit Magensäure zu reagieren
MgCO3 + 2 HCl → MgCl2 + H2O + CO2
Bei dieser Reaktion wird die Magensäure (HCl) neutralisiert und es entstehen Magnesiumchlorid Wasser und Kohlendioxid (CO2)
Diese Reaktion hat zwei wesentliche Konsequenzen
- Basische Wirkung: Magnesiumcarbonat ist ein starkes Antazidum das heißt es kann überschüssige Magensäure sehr effektiv puffern und neutralisieren Deshalb wird es oft bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen eingesetzt
- Gasbildung: Bei der Reaktion entsteht Kohlendioxid ein Gas Dies kann zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Aufstoßen Völlegefühl und Blähungen führen
Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit
Ähnlich wie Magnesiumoxid ist auch Magnesiumcarbonat schwer wasserlöslich Seine Aufnahme ist daher ebenfalls von einer ausreichenden Menge an Magensäure abhängig die es in das lösliche Magnesiumchlorid umwandelt
Die Bioverfügbarkeit ist daher als gering bis mäßig einzustufen deutlich niedriger als bei den organischen Chelat-Formen
Die Verträglichkeit ist sehr individuell Die abführende Wirkung ist in der Regel geringer als bei Magnesiumoxid Dafür kann die Gasbildung (CO2) für viele Menschen zu unangenehmen Blähungen führen
Die idealen Anwendungsgebiete
Die Anwendung von Magnesiumcarbonat als primäre Magnesiumquelle ist aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit nicht ideal
Sein Haupteinsatzgebiet liegt in seiner basischen Wirkung
- Sodbrennen & Reflux: Als kurzfristiges Mittel zur Neutralisierung von überschüssiger Magensäure kann es effektiv sein Es ist jedoch keine Dauerlösung und bekämpft nicht die Ursachen
- Basenpulver: Es ist ein häufiger Bestandteil von basischen Mineralstoffmischungen die dazu dienen sollen eine ernährungsbedingte Übersäuerung des Körpers auszugleichen Hier wird seine puffernde Wirkung gezielt genutzt
Das sprudelnde Gleichgewicht
Stell dir vor du gibst eine Brausetablette in ein Glas Wasser Es beginnt zu sprudeln und zu zischen Kohlendioxid entweicht und die Tablette löst sich auf
Ein ähnlicher Prozess findet statt wenn Magnesiumcarbonat auf die Säure in deinem Magen trifft Es ist eine Reaktion die auf Ausgleich und Neutralisierung abzielt
Diese Eigenschaft macht Magnesiumcarbonat zu einem nützlichen Helfer wenn das Gleichgewicht im Magen aus den Fugen geraten ist
Für die tiefgreifende und nachhaltige Versorgung des gesamten Körpers braucht es jedoch die stillen und intelligenten Arbeiter die organischen Chelate die das Magnesium sanft und sicher an seinen Bestimmungsort bringen
Der Säure-Basen-Haushalt: Ein komplexes System
Der Körper verfügt über ausgeklügelte Puffersysteme, um den pH-Wert des Blutes in einem sehr engen und lebenswichtigen Bereich (7,35-7,45) konstant zu halten. Die wichtigsten Puffersysteme sind der Bicarbonat-Puffer, der Phosphat-Puffer und der Protein-Puffer.
Eine chronisch säurelastige Ernährung (viel Zucker, Getreide, verarbeitete Produkte, wenig Gemüse und Obst) kann diese Puffersysteme auf Dauer überfordern. Um die Säurelast zu neutralisieren, greift der Körper auf die basischen Mineralstoffdepots in den Knochen zurück und löst Calcium- und Magnesiumverbindungen heraus. Dies kann langfristig zu einer Demineralisierung der Knochen und zu Osteoporose führen.
Basenpulver, die Magnesiumcarbonat enthalten, sollen diesem Prozess entgegenwirken, indem sie dem Körper basische Verbindungen von außen zuführen und so die körpereigenen Puffer und Depots entlasten.
Dieser Ansatz ist in der Alternativmedizin sehr populär, wird aber von der Schulmedizin oft kritisch gesehen. Unbestritten ist jedoch, dass eine basenüberschüssige, pflanzenbetonte Ernährung der beste und natürlichste Weg ist, um den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Magnesiumcarbonat kann hier allenfalls eine unterstützende und temporäre Rolle spielen.
Die Herstellung von Magnesiumcarbonat
Industriell wird Magnesiumcarbonat meist aus dem Mineral Magnesit gewonnen. Dieses wird abgebaut, gemahlen und dann in einem chemischen Prozess gereinigt.
Eine andere Methode ist die Fällung aus magnesiumhaltigen Lösungen. Leitet man zum Beispiel Kohlendioxid in eine Magnesiumhydroxid-Lösung, fällt schwerlösliches Magnesiumcarbonat aus.
Die Reinheit des Endprodukts ist entscheidend für die Verwendung in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Produkte in pharmazeutischer Qualität garantieren, dass keine unerwünschten Verunreinigungen wie Schwermetalle enthalten sind.
Einordnung im Spektrum der Magnesiumformen
Zusammenfassend lässt sich Magnesiumcarbonat wie folgt im Spektrum der Magnesiumverbindungen einordnen:
- Bioverfügbarkeit: Gering, ähnlich wie Oxid, abhängig von Magensäure.
- Magnesiumgehalt: Hoch (ca. 29%).
- Abführende Wirkung: Mäßig, geringer als bei Oxid.
- Nebenwirkungen: Potenzielle Gasbildung und Blähungen.
- Spezialanwendung: Starke säureneutralisierende Wirkung.
Es ist ein klassisches Beispiel dafür, dass der reine Mineralstoffgehalt eines Produkts wenig über seine tatsächliche Wirksamkeit für den Körper aussagt. Die organische Bindung und die damit verbundene Intelligenz der Aufnahme ist der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Magnesium-Supplementierung.
Magnesiumcarbonat ein Spezialist für den Säure-Basen-Haushalt
Magnesiumcarbonat ist kein guter Allrounder zur Deckung des allgemeinen Magnesiumbedarfs
Es ist ein Spezialist dessen Stärke in seiner säureneutralisierenden Wirkung liegt
Wenn du gezielt deinen Säure-Basen-Haushalt unterstützen oder gelegentliches Sodbrennen lindern möchtest kann es eine sinnvolle Ergänzung sein
Zur effektiven und nachhaltigen Auffüllung deiner Magnesiumspeicher solltest du jedoch immer auf eine hochwertige organische Form wie Citrat Glycinat oder Malat zurückgreifen
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Häufige Fragen zu Magnesiumcarbonat
Ist Magnesiumcarbonat besser als Magnesiumoxid?
In Bezug auf die Bioverfügbarkeit gibt es keine klaren Vorteile Beide sind anorganische Formen und den organischen unterlegen
In Bezug auf die Verträglichkeit ist es individuell
- Carbonat macht weniger Durchfall aber mehr Blähungen
- Oxid macht mehr Durchfall aber keine Blähungen
Die Wahl hängt also von der persönlichen Toleranz ab
Warum wird es in Mineralwasser verwendet?
Magnesiumcarbonat ist zusammen mit Calciumcarbonat für die sogenannte “Karbonathärte” des Wassers verantwortlich
Es gelangt auf natürliche Weise in das Grund- und Mineralwasser wenn kohlensäurehaltiges Wasser durch magnesiumhaltiges Gestein (Dolomit) fließt
Im Wasser liegt es als gelöstes Magnesiumhydrogencarbonat vor und ist in dieser Form relativ gut bioverfügbar Ein magnesiumreiches Mineralwasser kann also eine gute natürliche Quelle zur Deckung des Bedarfs sein
Kann ich Magnesiumcarbonat langfristig einnehmen?
Die langfristige und hochdosierte Einnahme von Antazida wie Magnesiumcarbonat ist nicht empfehlenswert
Die ständige Neutralisierung der Magensäure kann die Verdauung von Proteinen beeinträchtigen und die Aufnahme anderer Mikronährstoffe (wie Vitamin B12 Eisen und Calcium) stören
Sodbrennen ist oft kein Zeichen von zu viel Säure sondern von einer Fehlfunktion des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen Eine Dauertherapie sollte immer mit einem Arzt besprochen werden
Was ist Sango Meereskoralle?
Sango Meereskoralle ist ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel das aus den fossilen Korallensedimenten vor der Küste Okinawas in Japan gewonnen wird
Es besteht hauptsächlich aus Calcium- und Magnesiumcarbonat in einem natürlichen Verhältnis von etwa 2:1
Anhänger der Sango Koralle betonen die natürliche Herkunft und die gute Bioverfügbarkeit der Mineralstoffe Chemisch gesehen handelt es sich jedoch auch hier um anorganische Carbonate deren Aufnahme von der Magensäure abhängig ist