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Erfahre alles ĂŒber magnesium tagesbedarf referenzwerte. Wissenschaftlich fundiert und verstĂ€ndlich erklĂ€rt.

Magnesium-Richtwerte der D-A-CH-Gesellschaften ein Kompass zur Orientierung

Wenn es um die Frage geht “Wie viel Magnesium brauche ich?” sind die offiziellen Referenzwerte der Fachgesellschaften fĂŒr ErnĂ€hrung eine wichtige erste Anlaufstelle

Im deutschsprachigen Raum sind dies die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) die Österreichische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (ÖGE) und die Schweizerische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (SGE)

Diese drei Gesellschaften geben gemeinsam die sogenannten D-A-CH-Referenzwerte fĂŒr die NĂ€hrstoffzufuhr heraus

Diese Werte sind ein wissenschaftlich fundierter Kompass Sie sind jedoch keine starren Gesetze sondern Durchschnittswerte fĂŒr gesunde Menschen die interpretiert werden mĂŒssen

Die offiziellen D-A-CH-Referenzwerte fĂŒr Magnesium

Die Referenzwerte werden als “SchĂ€tzwerte fĂŒr eine angemessene Zufuhr” angegeben und sind nach Alter und Geschlecht gestaffelt

SÀuglinge (SchÀtzwert)

  • 0 bis unter 4 Monate: 24 mg/Tag
  • 4 bis unter 12 Monate: 60 mg/Tag

Kinder und Jugendliche (SchÀtzwert)

  • 1 bis unter 4 Jahre: 80 mg/Tag
  • 4 bis unter 7 Jahre: 120 mg/Tag
  • 7 bis unter 10 Jahre: 170 mg/Tag
  • 10 bis unter 13 Jahre: 230 mg/Tag (mĂ€nnlich), 250 mg/Tag (weiblich)
  • 13 bis unter 15 Jahre: 310 mg/Tag (mĂ€nnlich), 280 mg/Tag (weiblich)

Erwachsene (SchÀtzwert)

  • 15 bis unter 19 Jahre: 400 mg/Tag (mĂ€nnlich), 350 mg/Tag (weiblich)
  • 19 bis unter 25 Jahre: 400 mg/Tag (mĂ€nnlich), 310 mg/Tag (weiblich)
  • 25 bis 65 Jahre und Ă€lter: 350 mg/Tag (mĂ€nnlich), 300 mg/Tag (weiblich)

Schwangere und Stillende (SchÀtzwert)

  • Schwangere: 310 mg/Tag
  • Stillende: 390 mg/Tag

(Quelle: D-A-CH-Referenzwerte, 2. Auflage, 6. aktualisierte Überarbeitung 2021)

Was bedeuten diese Werte?

Es ist wichtig zu verstehen was diese Referenzwerte aussagen und was nicht

  • Sie sollen Mangelerscheinungen verhindern: Die Werte sind so berechnet dass sie den Bedarf von fast allen (97,5%) gesunden Personen einer Bevölkerungsgruppe decken und somit klare Mangelerscheinungen verhindern
  • Sie sind keine optimalen Werte: Die Referenzwerte beschreiben nicht die Zufuhr die fĂŒr ein optimales Wohlbefinden oder fĂŒr therapeutische Zwecke notwendig ist Sie sind die Basis nicht das Optimum
  • Sie gelten fĂŒr gesunde Menschen: Die Werte beziehen sich auf gesunde Menschen mit einem durchschnittlichen Lebensstil Sie berĂŒcksichtigen keinen erhöhten Bedarf durch Faktoren wie chronischen Stress intensiven Sport oder die Einnahme bestimmter Medikamente

Der individuelle Bedarf kann stark abweichen

Die D-A-CH-Referenzwerte sind ein wichtiger Ausgangspunkt aber der individuelle Magnesiumbedarf ist keine feste GrĂ¶ĂŸe

Er ist ein dynamischer Wert der von vielen Faktoren beeinflusst wird

  • Stresslevel: Chronischer Stress kann den Bedarf verdoppeln
  • Sportliche AktivitĂ€t: Intensive körperliche BetĂ€tigung erhöht den Bedarf durch Schweißverluste und erhöhten Stoffwechsel
  • ErnĂ€hrungsgewohnheiten: Eine ErnĂ€hrung reich an Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln erhöht den Bedarf
  • Medikamenteneinnahme: Diuretika oder SĂ€ureblocker können den Bedarf stark erhöhen
  • Bestehende Erkrankungen: Bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen ist der Bedarf oft deutlich erhöht

Aus diesem Grund kann der optimale persönliche Magnesiumbedarf durchaus bei 400-600 mg oder in manchen FÀllen sogar noch höher liegen

Die Obergrenze fĂŒr die Supplementierung (Tolerable Upper Intake Level)

Neben den Referenzwerten fĂŒr die Gesamtzufuhr gibt es auch Empfehlungen fĂŒr die maximale Zufuhr aus NahrungsergĂ€nzungsmitteln

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) in Deutschland empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 250 mg Magnesium aus Supplementen (zusĂ€tzlich zur Zufuhr aus der normalen ErnĂ€hrung)

Wichtig: Diese Obergrenze ist nicht toxikologisch begrĂŒndet Sie soll keine Vergiftungsgefahr abwenden

Sie wurde ausschließlich festgelegt um unerwĂŒnschte aber harmlose Nebenwirkungen wie Durchfall bei einem grĂ¶ĂŸeren Teil der Bevölkerung zu vermeiden

Viele Experten und Therapeuten halten diese Grenze fĂŒr zu niedrig angesetzt da sie den individuellen Bedarf und die individuelle Toleranz nicht berĂŒcksichtigt

Eine Überschreitung dieser 250-mg-Grenze ist nicht gefĂ€hrlich sofern keine Niereninsuffizienz vorliegt Sie erfordert lediglich eine bewusste Beobachtung der eigenen Darmtoleranz

Die RealitÀt der Magnesiumversorgung in Deutschland

Die Nationale Verzehrsstudie II (NVS II), eine der grĂ¶ĂŸten ErnĂ€hrungsstudien in Deutschland, hat gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung die empfohlenen Referenzwerte fĂŒr die Magnesiumzufuhr nicht erreicht.

Laut der Studie erreichen:

  • 26% der MĂ€nner und
  • 29% der Frauen

nicht die empfohlene tÀgliche Zufuhr an Magnesium.

Bei den jungen Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren liegt die Unterversorgung sogar bei 56%.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine suboptimale Magnesiumversorgung in Deutschland weit verbreitet ist. Die GrĂŒnde dafĂŒr liegen in der modernen ErnĂ€hrung, die oft reich an stark verarbeiteten, magnesiumarmen Lebensmitteln ist, sowie in den ausgelaugten landwirtschaftlichen Böden, die weniger Mineralstoffe enthalten als frĂŒher.

Diese Daten unterstreichen die Bedeutung einer bewussten Auswahl magnesiumreicher Lebensmittel und machen deutlich, warum eine gezielte Supplementierung fĂŒr viele Menschen eine sinnvolle und oft notwendige Maßnahme ist, um die Referenzwerte ĂŒberhaupt zu erreichen.

Was bedeutet “SchĂ€tzwert fĂŒr eine angemessene Zufuhr”?

Die D-A-CH-Gesellschaften verwenden den Begriff “SchĂ€tzwert”, wenn die Datenlage nicht ausreicht, um einen “empfohlenen Zufuhrempfehlung” (Recommended Dietary Allowance, RDA) abzuleiten. Ein RDA ist definiert als die durchschnittliche tĂ€gliche Zufuhr, die ausreicht, um den NĂ€hrstoffbedarf von nahezu allen (97-98%) gesunden Personen zu decken.

Ein “SchĂ€tzwert” (Adequate Intake, AI) wird verwendet, wenn ein RDA nicht bestimmt werden kann. Der AI basiert auf Beobachtungen oder experimentell ermittelten SchĂ€tzungen der NĂ€hrstoffzufuhr einer Gruppe (oder Gruppen) von anscheinend gesunden Menschen, von denen angenommen wird, dass sie ausreichend ist.

Im Grunde bedeutet dies, dass die wissenschaftliche Evidenz fĂŒr den exakten Magnesiumbedarf noch nicht so robust ist wie fĂŒr andere NĂ€hrstoffe. Die angegebenen Werte sind also eine bestmögliche AnnĂ€herung auf Basis des aktuellen Wissens, aber sie sind mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Dies bestĂ€rkt die Notwendigkeit, die offiziellen Werte als Orientierung zu sehen und den individuellen Bedarf und die Reaktion des Körpers als den letztendlichen Maßstab zu betrachten.

Die Rolle des Arztes oder Therapeuten

Bei der Bestimmung des individuellen Magnesiumbedarfs, insbesondere wenn es um therapeutische Dosierungen zur Behandlung von Beschwerden geht, ist die Begleitung durch einen Arzt, Heilpraktiker oder erfahrenen ErnĂ€hrungstherapeuten von großem Wert.

Eine Fachperson kann helfen:

  • Den individuellen Bedarf anhand einer umfassenden Anamnese (Lebensstil, ErnĂ€hrung, Medikamente, Symptome) besser einzuschĂ€tzen.
  • Eine sinnvolle Labordiagnostik (z.B. Vollblutmineralstoffanalyse) durchzufĂŒhren und zu interpretieren.
  • Die passende Magnesiumform und Dosierung fĂŒr das spezifische Anliegen auszuwĂ€hlen.
  • Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu berĂŒcksichtigen.
  • Den Verlauf zu beobachten und die Dosierung bei Bedarf anzupassen.

Die Zusammenarbeit mit einer Fachperson bietet Sicherheit und stellt sicher, dass die Magnesiumtherapie optimal in ein ganzheitliches Gesundheitskonzept integriert wird.

D-A-CH Referenzwerte als Kompass nicht als Dogma

Die D-A-CH-Referenzwerte sind ein wertvolles Instrument um eine grobe Orientierung fĂŒr die Magnesiumzufuhr zu erhalten

Sie helfen dabei die GrĂ¶ĂŸenordnung des Bedarfs zu verstehen und die eigene ErnĂ€hrung kritisch zu hinterfragen

Sie sollten jedoch nicht als starres Dogma missverstanden werden

Der Weg zur optimalen Magnesiumversorgung ist individuell Er erfordert eine ehrliche Analyse des eigenen Lebensstils eine bewusste ErnÀhrung und die Bereitschaft auf die Signale des eigenen Körpers zu hören

Nutze die Referenzwerte als deinen Kompass aber finde deinen eigenen Weg zu mehr Energie Gelassenheit und Wohlbefinden

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